Die Oper als Aufführung, nicht als Opernhaus, wofür der Begriff “Oper” auch als pars pro toto steht, fungiert als relativ eng gefasster Sammelbegriff für mehr oder wenig verschiedene Ausprägungen eines musikunterlegten Singspieles. Dieses aber, obgleich es durchaus diverse Variationen desselben gibt, immer folgende Aspekte in sich vereinigen muss: Die Musik (sängerisch und orchestral), das Libretto (der gesungene und teils gesprochene Text), das Schauspiel, der Tanz (Ballett oder Ausdruckstanz), das Bühnenbild, die Kostümierung und die Effekte (Beleuchtung, Nebel usw.). Erst das gemeinsame Miteinander und die Vereinigung der besagten Notwendigkeiten der anerkannten Operndefinition, machen die Oper aus. Das Zusammenspiel diverser darstellerischer und theoretischer Kunstgrundlagen entfaltet ein weitgefächertes Feld, das man letztendlich als Oper definiert, somit ist die Oper von vielen musischen Faktoren abhängig und lässt sich dadurch endlich in verschiedene Ausprägungen und Formen einteilen, deren Erläuterung dieser Text später noch vornehmen wird.
Die Entstehung der Oper
Die Vorläufer der Oper waren geistliche Schauspiele mit Musik, die auch als “Mysterienspiel” bekannt waren, wobei die ersten nachweisbaren Spiele dieser Art bereits für das 11. Jahrhundert nachgewiesen werden können. Um das Volk anzulocken, wurden auch Satansfiguren oder Kurpfuscher in diese sonst sehr ernsten Spiele integriert. Etwa hundert Jahre später etablierten sich auch weltliche Schauspiele mit Musik, sogenannte “Liederspiele”, die meist von den langsam aussterbenden Troubadouren verfasst wurden. Schließlich, als letzter Vorgänger zur eigentlichen Oper, verbreiteten sich höfische Tanzspiele, die besonders im Frankreich des 16. Jahrhunderts sehr beliebt und unter dem Namen “Ballett de cour” bekannt waren. Continue reading
Die Oper vom 17. bis zum 19. Jahrhundert
Im Barock hatten sich zwei Formen des italienischen Operntypus herausgebildet: Die “Opera seria” (die ernste Oper) und die “Opera buffa” 8die komische Oper), die mit “La serva padrona” von Pergolesis ihr Debüt feierte. Bald jedoch trat Christoph Willibald Gluck (1714-1787) auf den Plan und reformierte die ernste Oper, indem er in Zusammenarbeit mit dem italienischen Dichter Talsabigi, eine mehr am klassischen, griechischen Theater orientierte Form der Oper erschuf, die wieder etwas librettolastiger war und im “Orpheus” ihren Höhepunkt fand. Continue reading
Die Oper heutzutage
Einen einheitlichen Stil wird man in der Opernlandschaft unserer Tage vergeblich suchen. Die unterschiedlichsten Richtungen und Strömungen tauchen auf, vergehen, überschneiden sich, ahmen nach und kopieren. Die Nachfolger Wagners, die meist seine Gegner sind, also Im- und Expressionisten, Veristen, Symbolisten, Anhänger der Neuen Sachlichkeit, der linear-kontrapunktischen oder der homophon-melodischen Richtung, Anhänger der sinfonischen und der alten Opernform, die Wagner gegenüber dann meist freundlicher gesonnen sind, stehen sich gegenüber. Continue reading
Opernströmungen außerhalb Italiens
In der Frühzeit folgte Deutschland nur schwerfällig mit eigenen Opernproduktionen des italienischen Schemas. Viele deutsche Opern des frühen 18. Jahrhunderts waren den italienischen dergestalt unterlegen, insbesondere in Hinsicht auf das kompositorische Können, dass sie heute keinerlei Relevanz für die Oper mehr besitzen. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts konnte Deutschland sich als eine der führenden Opernnationen etablieren. Continue reading