In der Frühzeit folgte Deutschland nur schwerfällig mit eigenen Opernproduktionen des italienischen Schemas. Viele deutsche Opern des frühen 18. Jahrhunderts waren den italienischen dergestalt unterlegen, insbesondere in Hinsicht auf das kompositorische Können, dass sie heute keinerlei Relevanz für die Oper mehr besitzen. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts konnte Deutschland sich als eine der führenden Opernnationen etablieren. Auch die in England komponierten Opern waren kaum der Rede wert, allein der Komponist Henry Purcell (1658-1695) erreichte einiges auf diesem Gebiet, starb jedoch zu früh, um wirklich Neues oder Nennenswertes erschaffen zu können. Lediglich Friedrich Händel (1685-1759) ein zugewanderter Deutscher, schaffte es, von englischem Boden aus, die Belcanto-Oper einem letzten Höhepunkt zuzuführen. Obwohl auch er immer noch sehr stark dem italienischen Vorbild verhaftet war. Nach Händel brachte England keinen Opernkomponisten von wesentlicher Bedeutung mehr hervor. In Frankreich wurden die alten Operntraditionen kontinuierlich, bis ins späte 19. Jahrhundert hinein, fortgesetzt. Obgleich ihr Ausdruck zwar moderner wurde, haftete man immer noch dem italienischen Leitbild an und kam nie gänzlich von ihm, das änderte sich erst mit dem Aufkommen der Operettenkultur, in der Frankreich, neben Deutschland und Österreich, eine wichtige Rolle einnahm. Bizets “Carmen” gilt unterdessen, trotz spanischer Einfärbung, als Paradebeispiel einer französischen Oper. In den späteren Tagen der Oper, verlor Italien auch zusehends an Bedeutung, zwar blitzten immer mal wieder große Namen wie “Rossini” auf, aber letzten Endes besiegelte Verdi (1813-1901) das Ende der italienischen Oper. Ähnlich wie Wagner und dem Ductus des 19. Jahrhunderts gänzlich entsprechend, wandte auch Verdi sich hauptsächlich der Bearbeitung nationaler Themen zu. Nur dass Verdi, im Vergleich zu Wagner, wesentlich strikter an der spätromantischen Tradition festhielt und eine wirkliche Neuerung auf dem Gebiete der Oper erst mit seinen Spätwerken zustande brachte. Im östlichen Europa, sprich in Böhmen und Polen, machten sich Komponisten wie Smetana, Moniuszko und Wieniawski einen Namen, die eine eigene, durch slawisch geprägte Töne inspirierte Oper erschufen. Abschließend bleibt Italien das Mutterland der Oper, jedoch gelang es dem deutschsprachigen Raum, sich als ebenso wertvolle Opernnation zu etablieren. Die französischen, spanischen und englischen Opern, sind zwar teilweise hochgeschätzt und gelten zurecht als berühmt, können sich jedoch auf keine eigenständige Kompositionsgeschichte berufen. Alleine den Russen und Slawen, wobei erstere sich hauptsächlich im Ballett verdingten, gelang es eine eigene Form der Prägung im Bereiche der Oper zu schaffen, obwohl auch diese nicht ohne das italienische oder deutsche Leitideal auskam. Heute ist die Oper kaum mehr ein aktuelles Thema, weshalb auch kaum noch solche komponiert werden, stattdessen hat das Musical, als neue Ausdrucksform der Kompositionskunst, ihren Platz eingenommen.